Unser Tierarzt-Tipp: Was beim Schwimmen mit Hunden zu beachten ist

Ein Ausflug an den See

Im Sommer laden Flüsse und Seen sowohl Zwei- wie auch Vierbeiner zum Schwimmen ein. Einige Hunderassen lieben das Wasser mehr als andere, z. B. die (Labrador-)Retriever. Es sollte möglichst in sauberen Gewässern gebadet werden. Tümpel mit stehendem Wasser sind nicht empfehlenswert.
Nach dem Baden im Meer sollte das Fell mit klarem Wasser gereinigt und Salz- und Sandreste ausgespült werden.

Immer wieder kann es bei Hunden auch zu Irritationen der Haut kommen. Durch den auftretenden Juck- und Kratzreiz werden die Läsionen mit der Zeit größer. Bakterien treten ein und führen zu einer oft eitrigen Hautinfektion. Diese breitet sich unter dem Fell unmerklich aus und wird erst nach einigen Tagen vom Besitzer als feucht-suppige Hautstelle entdeckt. Man nennt solch eine lokale Infektion „Hot Spot“. Eine ordnungsgemäße Behandlung wird vom Tierarzt durchgeführt: Dazu wird das Fell großzügig geschoren, die Hautstelle gründlich desinfiziert, eine entzündungshemmende Salbe aufgetragen, ein Antibiotikum verabreicht und der Juckreiz medikamentös oder durch einen Halskragen unterbunden. Es darf so lange nicht mehr gebadet werden, bis alle Stellen komplett abgeheilt sind.

Wird verunreinigtes Wasser beim Schwimmen geschluckt, so kann es zu Durchfällen und in Einzelfällen auch zu Erbrechen kommen. Dies betrifft in erster Linie Tiere mit empfindlichem Magen-Darm-Trakt. Auch hierbei sollte in schweren Fällen bzw. bei Anhalten der Symptome ein Tierarzt aufgesucht werden.

Vorsicht ist geboten vor uneinsichtigem Untergrund. Spitze Steine oder Scherben können zu Schnittverletzungen an den Ballen führen, die meist sehr stark bluten. In solchen Fällen sollte die Wunde sofort gereinigt und mit einem Druckverband versehen werden. Unnötiges Laufen auf dem Weg zum Tierarzt ist zu vermeiden.

Wo Gewässer in der Nähe sind, gibt es auch reichlich Ungeziefer. Mücken können – wie beim Menschen – lokale Entzündungen mit Juckreiz hervorrufen. Zecken sind nicht nur lästige Blutsauger, sondern sie übertragen auch Krankheiten allen voran die Borreliose. Deshalb sollte nach jedem Ausflug in Wiesen und Wäldern der Hund nach Zecken abgesucht und diese unverzüglich entfernt werden. Zur Prophylaxe können entsprechende Tropfen auf die Nackenhaut aufgetragen werden, sogenannte Spot-on-Präparate, die als Repellentien den Effekt einer heißen abschreckenden Herdplatte besitzen.

In Gewässern und feuchten Böden überleben die Leptospiren-Erreger, die für den Hund lebensbedrohlich werden können. Sie werden hauptsächlich durch Nagerurin via Dreckwasser übertragen und gelangen über die Schleimhäute des Hundes in seinen Blutkreislauf. Nach Erregervermehrung und einer Inkubationszeit von wenigen Tagen kommt es zu unspezifischen Krankheitssymptomen, beispielsweise u. a. schlechtes Allgemeinbefinden, Fieber, Erbrechen, Durchfall, Nierenprobleme. Durch die regelmäßige Impfung besteht normalerweise ein ausreichender Immunschutz, sodass die Krankheit in Deutschland eher selten geworden ist.