Naturheilverfahren – auch bei unseren Tieren erfolgreich!?

„Muss es denn schon wieder ein Antibiotikum für meinen jungen Hund sein?“, fragt eine besorgte Tierhalterin, die innerhalb weniger Wochen wegen verschiedener Probleme mehrmals beim Tierarzt vorstellig werden musste. „Gibt es denn keine anderen Heilmethoden, um z.B. auch das Immunsystem meines Hundes zu stärken?“
Was in der Humanmedizin vor langer Zeit als Alternative oder Ergänzung zur Schulmedizin Einzug gehalten hat, ist auch mittlerweile bei unseren Tieren eine anerkannte und weit verbreitete Heilmethode. Dabei ist die Varianz an Naturheilverfahren groß: Akupunktur, Homöopathie, Phyto- (=Pflanzen-), Neural-, Chiro-, Physiotherapie – um nur einige zu nennen.
Grundsätzlich gilt, dass die Schulmedizin eher das entsprechende Symptom am jeweiligen Organ bekämpft, währenddessen die alternative Medizin den Organismus als Ganzes betrachtet und versucht, das (innere) Gleichgewicht des Körpers wieder herzustellen.

1. Homöopathie
Zur Fallaufnahme gehören neben dem Hauptproblem auch andere frühere Erkrankungen, Impfungen, Fressgewohnheiten, Charakter des Tieres u.v.m. Aus diesen Merkmalen sucht der Homöopath das entsprechende pflanzliche Mittel aus, welches speziell für das Individuum zutrifft. Dabei wird die Abwehr des Körpers auf keinen Fall unterbunden, sondern körpereigene Regulationsmechanismen sollen angeregt werden. Der Wirkstoff ist hoch verdünnt (verschiedene Potenzen), nebenwirkungsfrei und wird meist in Form von Globuli verabreicht. Dabei wird „Ähnliches mit Ähnlichem“ geheilt, wodurch es anfangs zu einer Verschlimmerung der Symptome kommen kann.

2. Akupunktur
Die Chinesen haben vor einigen tausend Jahren entdeckt, dass über die Reizung von gewissen Punkten an der Körperoberfläche Störungen im Körperinneren beseitigt oder gelindert werden können. Man kann die jeweiligen Punkte über gerichtete Massage (Akupressur), Nadeln (Akupunktur), Wärme, Ultraschall oder Laserstrahlen reizen. Die Akupunktur stellt eine Ganzheitsmethode dar, bei der über Funktionskreise auch die zugehörigen psychischen Probleme behandelt werden. Sie wirkt gut zur Beseitigung von Schmerzen, funktionellen Störungen und Allergien.

3. Phytotherapie
Besonders bekannt geworden sind die „Bachblüten“ – benannt nach ihrem Entdecker. Sie stellen Mischungen von Pflanzenteilen einer bestimmten Gegend dar, die speziell geerntet und behandelt wurden. Diese Therapieform eignet sich u.a. gut für die Behandlung von Verhaltensproblemen bei Tieren.

4. Neuraltherapie
Innerhalb eines Körpersegmentes gibt es Reflexwege, die die jeweiligen Muskeln, Nerven, Gefäße, Haut und Eingeweide miteinander verknüpfen. Aufgrund der Stimulierung von bestimmten Nervenpunkten – so genannten Triggerpunkten – durch Druck/Wärme/chemische Stoffe wird somit das gesamte Segment aktiviert und zur Heilung angeregt.

5. Chirotherapie
Das äußere Erscheinungsbild wird beurteilt: Bei anatomischen Fehlstellungen (Asymmetrien) oder funktionellen Einschränkungen der Beweglichkeit wird das Skelett wieder in die richtige Position gebracht. Dabei kommt es auf das richtige Maß der Kraft, Amplitude und Richtung des Einrenkens an. Diese Therapieform wird hauptsächlich bei Pferden angewandt.

6. Physiotherapie
Die Massage stellt hierbei die wohl bekannteste Anwendungsform dar. Durch Streichen/Kneten/Reiben werden die Durchblutung gefördert, Endorphine ausgeschüttet und dadurch Schmerzen gelindert.
Zunehmend findet auch die Krankengymnastik Einzug in die Tiermedizin, besonders nach Operationen und/oder bei Lähmungen. Durch passive Dehnung und aktive Bewegung (Laufband, verschiedene Untergründe) wird die Koordination und Beweglichkeit verbessert.