Stacheliger Schneckenvernichter sucht Unterschlupf bei sympathisch chaotischem Gärtner oder Gärtnerin

Igel sind nicht nur niedlich anzuschauen, sondern auch sehr fleißige Helfer im Garten.  Denn ganz oben auf dem Speiseplan der stacheligen Tierchen stehen Schnecken. Bei ihren nächtlichen Streifzügen durch die Gärten, Felder und Wälder vertilgen sie die von den Gärtnern unerwünschten Salaträuber. Neben Schnecken fressen Igel auch Insekten, Würmer, Larven und Spinnen.

Viele Gartenliebhaber bekommen von den fleißigen Igeln auf dem Grundstück aber gar nichts mit. Grund dafür ist, dass die Stacheltiere erst in der Dämmerung aktiv werden, denn Igel sind nachtaktiv.

Anders als die meisten anderen Tiere, haben Igel keinen angeborenen Fluchtinstinkt.  Droht Gefahr, so rollen sie sich blitzschnell zu einem Stachelball zusammen und warten ab, bis die Gefahr vorüber ist.  Im Tierreich geht diese Verteidigungsstrategie auf. Aber viele Igel lassen im Straßenverkehr ihr Leben, da sie nicht vor den heranrollenden Autos flüchten.

Im Herbst wird das Nahrungsangebot für die Igel knapp. Während die Alttiere mit dem Nestbau beginnen, versuchen die Jungtiere weiter an Gewicht zuzunehmen, um gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen.  Früher hat so manch tierlieber Hobbygärtner die jungen Tiere im Herbst eingesammelt und über den Winter im Haus aufgenommen. Heute weiß man, dass diese gut gemeinte Hilfe nicht sinnvoll ist. Denn am besten überwintern Igel in ihrer natürlichen Umgebung.

Sinkt die Bodentemperatur konstant auf null Grad, verkriechen sich die stachligen Tiere in das Winterquartier.  Die kalten Monate verbringen die Igel in Erdlöchern oder unter Laubhaufen. Wer den Tieren helfen möchte, den Winter gut zu überstehen, kann im Garten Haufen aus Laub und Ästen aufschichten. Es können auch Igelhäuschen aus dem Fachhandel aufgestellt werden, um den Tieren Schutz zu bieten. Wichtig zu wissen ist hierbei, dass die Winterquatiere nicht umgesetzt werden sollten. Die Auswahl des Igel-Domiziles sollte also gut durchdacht sein.  Denn Igel schlafen je nach Witterung bis in die Monate März und April. Auch an kalten Maitagen werden die Unterschlupfmöglichkeiten gerne genutzt, um sich gegen schlechtes Wetter zu schützen.  Am wohlsten fühlen sich die Tiere in naturnahen Gärten. Hecken, Natursteinmauern, Laub und Baumschnitt bieten den Tieren Schutz. Igelfreunde brauchen also kein schlechtes Gewissen haben, wenn der Garten weniger ordentlich ist als der vom Nachbarn.  Wird ein Igelnest versehentlich aufdeckt, sollte es schnell wieder zugemacht und die Stelle über die Wintermonate gemieden werden, um den Winterschlaf nicht zu stören.

Das Füttern der Igel ist nur in Ausnahmefällen hilfreich.  Experten raten nur im Herbst zum Zufüttern, wenn eine Nahrungsknappheit für die Tiere besteht.  Allerdings ist dabei Vorsicht geboten. Denn ein zu gutes Nahrungsangebot führt dazu, dass die Tiere keinen Winterschlaf machen und dann wird ihnen die Kälte zum Verhängnis. Das Füttern sollte spätestens im November eingestellt werden. Eine weitere Ausnahme sollte bei Tieren gemacht werden, deren Winterschlaf unterbrochen wurde.  Dann kann mit Katzenfutter und Wasser zugefüttert werden. Die stacheligen Freunde sind laktoseintolerant, deshalb sollte auf das Anbieten von Milch verzichtet werden. Beim Auffinden eines stark unterernährten oder kranken Igels sollten Sie entsprechende Auffangstation kontaktieren.

Im Frühjahr bedanken sich die Igel bei den gastfreundlichen Gärtnern, indem sie Schnecken verspeisen und somit Gemüsebeete sowie Lieblingsblumen vor den nervigen Schädlingen schützen.