Achtung Schädlingspolizei! – Nützlinge im Garten

Der leckere Salat von Schnecken angefressen? Die schöne Blütenpracht von Blattläusen ruiniert? Da will ein jeder gleich schwere „Geschütze“ auffahren. Eine alternative zu den Pflanzenschutzmitteln ist die Schädlingsbekämpfung mit Nützlingen. Diese vernichten gerne die Schädlinge direkt oder als Futter für ihre Brut. Um diese natürlichen Feinde in Ihrem Garten anzusiedeln, müssen Sie den Lebensraum dieser fördern.

Schon beim Anlegen des Gartens sollte auf heimische Sträucher gesetzt werden. Wiesenblumen und Obstgehölze ziehen Vögel an, die gerne Ihre Raupen vom Gemüse ab sammeln. Blüten mit ihrem Nektar und den Pollen sind die Hauptnahrung für Nützlinge wie Bienen und Schmetterlinge.

Mit einem Insektenhotel können Sie spielend leicht den Nützlingen einen Platz zum Überwintern und Lebensraum geben.

 

Die Blattlausvernichter – Marienkäfer und Florfliegen

Zu den fleißigsten Nützlingen gehören die Marienkäfer (Coccinella septempunctata) und ihre Larven. Ein Marienkäfer lebt circa ein Jahr und frisst in diesen wenigen Wochen mehrere tausend Blattläuse. Bereits die Larven vertilgen je nach Sorte circa 800 bis 1500 Blattläuse. Bieten Sie den Marienkäfern Schutz zum Überwintern an, so können sie sich im Frühjahr wieder weiter Fortpflanzen und ihr biologischer Blattlausschutz ist so gesichert. Besonders nach der Winterruhe sind die Marienkäfer sehr hungrig!

Die grüne Florfliege (Chrysoperla carnea) haben Sie bestimmt abends schon einmal in Ihr Haus oder Ihre Wohnung flattern sehen. Mit ihren langen grünen Flügeln ernährt die Florfliege sich selbst nur von Pollen, jedoch fressen ihre Larven in der Entwicklungszeit 500 bis 700 Blattläuse. Diese Larven haben starke Zangen, so dass sie auch „Blattlauslöwe“ genannt werden. Am liebsten überwintert die Florfliege in rotgestrichenen Kästchen mit einer Füllung aus Stroh- oder Holzwolle und seitlichen Schlitzen.

Desweiteren helfen noch Gallmücken, Schlupfwespen und Fledermäuse gegen die Blattlaus.

 

Der Schneckenentferner- Igel

Obwohl der Igel gern auch mal am leckeren Salat knabbert, gilt er dennoch als Nützling. Am liebsten isst der Igel nämlich Schnecken, Insekten, Käfer und Larven. Aber leider auch die für unseren Boden nützlichen Regenwürmer. Ab circa 10 Grad wacht er langsam aus seinem Winterschlaf auf und widmet sich wieder Ihrem Garten.

Um einen Igel dauerhaft in Ihrem Garten begrüßen zu können, sollten Sie diesen igelgerecht gestalten. Ideale Igelgärten sind naturnah gestaltet, d.h. sie sind mit vielen natürlichen Elementen wie Hecken, Teich, Obstbaum, Steinmauer oder Wiese angelegt. Zudem sollte kein Dünger oder chemisches Bekämpfungsmittel genutzt werden.

Als Herberge dienen den Igeln Haufen aus trockenem Holz, Reisig und Laub oder auch Schuppen und Gartenhäuschen. Alternativ finden Sie im Kiebitzmarkt spezielle Igelhäuser aus verschiedenen Materialien. Einheimische Pflanzen und Gebüsche bieten ideale Möglichkeiten um bald stachlige Mitbewohner im Garten empfangen zu können.

 

Die Raupenvertilger – Vögel

Einheimische Vögel in den Garten zu locken ist mit einem naturnahen Garten oftmals sehr leicht. Bieten Sie Ihnen geeigneten Lebensraum, verspeisen sie große Mengen an Raupen, Insekten, Maden, Schnecken, Larven und Läusen.

Um die Vogelschaar in den Garten zu bekommen, sollten Sie ihnen Nistplätze sowie Schutz- und Schlafmöglichkeiten bieten. Hervorragend eignen sich dazu Hecken, Bäume und Sträucher. Nistkästen sollten Sie spätestens im März aufhängen, damit sie genutzt werden können. Wichtig dabei ist, dass sie marder- und katzensicher hängen. Dazu wählen Sie am besten einen geeigneten Ast in circa 1,50 Metern Höhe aus.

Durch eine Ganzjahresfütterung locken Sie auch Vögel an, die zusätzlich zu dem Futter noch die Schädlinge naschen.

Tipp: Ist Ihr Obstgehölz nicht vor den gefiederten Freunden sicher? Nutzen Sie Netze, damit sie etwas von der Ernte haben.