12 Rückzugsorte und Schutz für Igel, Fledermäuse, Vögel und Co. Der Herbst ist im Garten eine besondere Zeit, nicht nur für uns Menschen, die die letzten warmen Tage genießen, sondern vor allem für die Tiere, die hier leben. Für viele Arten beginnt nun eine entscheidende Phase: Energiereserven werden aufgefüllt, Quartiere für den Winter gesucht und Brutplätze für die nächste Saison vorbereitet. Wer seinen Garten bewusst gestaltet, kann dabei helfen, dass Igel, Fledermäuse, Vögel und viele andere Arten sicher durch die kalte Jahreszeit kommen. Dabei spielen speziell angepasste Nistkästen, Überwinterungshilfen und Schutzmaßnahmen gegen Fressfeinde eine wichtige Rolle. Auch der Igel gehört zu den tierischen Dauerbewohnern vieler Gärten. Er ist ein dämmerungs- und nachtaktiver Insektenfresser, der im Herbst bis zu einem Drittel seines Körpergewichts zunimmt, um genug Energiereserven für den Winterschlaf zu haben. Fehlen natürliche Unterschlupfmöglichkeiten, wie dichte Hecken, Laub- oder Reisighaufen, kann ein Igelhaus eine sichere Alternative bieten. Optimal ist ein wettergeschützter Standort im Halbschatten, gefüllt mit trockenem Laub oder Stroh. Der Eingang sollte nicht direkt einsehbar sein, um den Igel vor Zugluft und neugierigen Blicken zu schützen. Moderne Igelhäuser werden zunehmend mit einer sogenannten Rattenklappe, oft auch Klappe gegen Fressfeinde genannt, ausgestattet. Der Grund dafür ist einfach: Zwar sind Igel durch ihre Stacheln relativ gut gegen große Räuber geschützt, doch im Inneren eines engen Häuschens können sie weder flüchten noch sich optimal verteidigen. Außerdem sind Igelhöhlen, in denen regelmäßig Futter angeboten wird, ein starker Anziehungspunkt für andere Tiere wie Ratten, Mäuse, Katzen oder Marder. Ratten etwa sind nicht nur geschickte Kletterer und Beißer, sondern auch ausgesprochene Allesfresser. Sie stehlen nicht nur das bereitgestellte Futter, sondern können den Igel bedrängen, verletzen oder Krankheiten übertragen, darunter Parasiten wie Flöhe oder Milben, aber auch bakterielle Infektionen. Eine Rattenklappe ist eine mechanische Sperrvorrichtung, die so konstruiert ist, dass der Igel sie mit seiner Schnauze problemlos anheben oder aufdrücken kann, während sie für andere Arten ein unangenehmes oder gar unüberwindbares Hindernis darstellt. Dies wird durch mehrere Faktoren erreicht: • Gewicht &Widerstand: Die Klappe ist leicht genug, dass ein Igel, ohne großen Kraftaufwand öffnen kann. Gleichzeitig ist sie für kleinere Tiere wie Mäuse zu schwer und für größere, vorsichtigere Tiere wie Katzen ungewohnt und abschreckend. • Eingangsgeometrie: Der Eingang ist so bemessen, dass er für die gedrungene Körperformdes Igels optimal passt, für langgestreckte Körper wie bei Ratten jedoch unkomfortabel ist. Oft ist der Eingang leicht abgewinkelt oder durch einen Labyrinthgang ergänzt, was die Klappe noch wirksamer macht. • Materialwahl: Wetterfestes, glattes Material wie Siebdruckplatten, beschichtetes Holz oder Kunststoff erschwert es anderen Tieren, die Klappe zu greifen oder hochzuhebeln. Gleichzeitig muss es so stabil sein, dass ein Marder es nicht einfach aufkratzt. • Scharniertyp: Häufig werden leichte Metallscharniere oder Kunststoffbänder verwendet, die die Klappe leichtgängig, aber gleichzeitig kontrolliert schwingen lassen. Ein weiterer Vorteil: Die Klappe reduziert Zugluft und hält den Innenraum des Igelhauses im Winter wärmer und trockener. Das kann den Energieverbrauch des Igels im Winterschlaf senken und seine Überlebenschancen erhöhen. Außerdem verhindert die Barriere, dass Regen oder Schnee direkt in den Innenraum gelangen. In der Praxis zeigen Erfahrungen von Wildtierpflegestationen und Igelschutzvereinen, dass Igel eine solche Klappe nach kurzer Zeit instinktiv nutzen, während Ratten deutlich seltener versuchen, in den Bau einzudringen. Manche Modelle sind zusätzlich abnehmbar, sodass sie in Zeiten, in denen kein Futter angeboten wird oder in Ratten-freien Gärten, auch entfernt werden können. Igel
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